Wenn Geschichte lebendig wird- die Zeitzeugin Marion Fischer zu Besuch
Der Besuch von Marion Fischer, einer Holocaust-Überlebenden, war für die Klasse 4b ein besonders eindrucksvolles und bewegendes Erlebnis. Zwei Stunden lang erzählte sie ruhig und eindringlich von ihrem Leben als jüdisches Kind auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus – und die Schülerinnen und Schüler hörten gebannt zu.
Schon 1938 musste sie als kleines Kind mit ihrer Familie aus Österreich fliehen. Ihre Kindheit war geprägt von Unsicherheit, Angst und ständigen Ortswechseln. Sie lebte in Internierungslagern im faschistischen Italien, unter schwierigen Bedingungen und in großer Enge. Nur knapp entging ihre Familie der Deportation in das Konzentrationslager Auschwitz. Später gelang ihnen eine gefährliche Flucht über die Berge in die Schweiz.
Doch auch dort war das Leben nicht einfach: Marion Fischer wurde zeitweise von ihrer Familie getrennt und wuchs in verschiedenen Flüchtlingslagern und bei Pflegefamilien auf. Erst Jahre später kam sie nach Tirol, wo sie sich ein neues Leben aufbaute. Aber selbst dort erlebte sie noch Antisemitismus und Ausgrenzung.
Besonders berührend war ihre Botschaft an die Jugendlichen: Sie erzählte ihre Geschichte, weil es ihr wichtig ist, dass die Erinnerung nicht verloren geht und junge Menschen aus der Vergangenheit lernen.
Am Ende richtete sie einen eindringlichen Appell an die Klasse. Sie betonte, wie viel Vertrauen sie in die junge Generation hat. Heute hätten Jugendliche viel mehr Möglichkeiten als früher – und sie seien die Zukunft. Wenn sie Geschichten wie ihre hören, werden sie selbst zu Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Deshalb sei es wichtig, zuzuhören und das Gehörte weiterzuerzählen. Nur so kann verhindert werden, dass sich solche Ereignisse jemals wiederholen.
Der Besuch hat bei allen einen tiefen Eindruck hinterlassen und wird der Klasse sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
